There and back again: Jakobsweg

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„Der Weg beginnt eigentlich erst, wenn du wieder zu Hause bist.“ Die Worte des Pilgers hallen in mir nach. Wir hatten gerade die erste Tagesetappe von 23 km hinter uns gebracht. Zu schnell, weil wir noch nicht unser Wandertempo und den richtigen Rhythmus gefunden hatten. Wir saßen gemeinsam im warmen Vorzimmer der Herberge, wo wir viel zu früh angekommen waren. Auf dem Weg von Santiago de Compostela nach Finisterre und Muxia. 130 km durch eine vielfältige Landschaft mit vielen Kühen, den dazugehörigen Ställen und Gestank, langen, asphaltierten Landstrassen, wilder Atlantikküste, weißen Sandstränden, alten galizischen Dörfern und vielen, oft frei rumlaufenden Hunden (großen versteht sich).

Und jetzt hat mich bereits seit vier Wochen der Alltag wieder. In dieser Zeit habe ich bereits verschiedene Blogs zu anderen Pilgerwegen und Wanderstrecken durchforstet. Und überlegt, wie ich meine Familie überzeugen könnte, mich nächstes Mal zwei Wochen ziehen zu lassen…

Ich habe oft gehört, der Camino läßt einen nicht wieder los und viele Pilger kommen zurück, um eine der anderen Routen zu laufen. Ich kann das verstehen, aber kann mir derzeit nicht vorstellen, den Hauptweg zu gehen.

Ich habe mir meinen Traum erfüllt. Wie viele, die das Hape Kerkeling Buch verschlungen haben, wollte ich losziehen. Bloß das ich zu diesem Zeitpunkt in Vancouver lebte und neben zu wenigen Urlaubstagen Spanien unheimlich weit weg war.

10 Jahre später lebe ich wieder in Deutschland, bin auf dem Jakobsweg gewesen und habe meine eigene Jakobsmuschel gefunden…

Was bleibt also von meinem Weg? Die Stille in mir, die Natur und auch die regelmässige Bewegung klingen nach. Die Einfachheit der Tage. Das befriedigende Gefühl, tatsächlich meinen Camino gegangen zu sein. Jeden zurückgelegten Kilometer habe ich mir Schritt für Schritt erarbeitet.

Und die Dankbarkeit. Für eine Reise, die vom ersten bis zum letzten Moment im Fluß war. Während der jeder Augenblick sich ganz vollkommen präsentierte, so dass nichts hinzuzufügen gewesen wäre.

There and back again…